Leben mit einem Cavalier mit MVD-Diagnose

Ein Cavalier King Charles Spaniel ruht zu Hause auf dem Boden, Text zum Leben mit einer MVD-Diagnose

Eine Diagnose der Mitralklappenerkrankung bedeutet nicht, dass ein Countdown beginnt. Die meisten Cavaliere mit dieser Diagnose leben jahrelang normal, gehen spazieren, fressen mit Appetit und verhalten sich wie vor der Untersuchung.

Dieser Text ist für Besitzer, die eben mit einem Befund die Praxis verlassen haben und sich fragen, was sich nun im Alltag ändert. Die kurze Antwort: weniger, als Sie denken, aber einige Dinge sind wichtig.

Zuerst: welches Stadium

Alles Weitere hängt von einer Sache ab: dem Buchstaben in der Beurteilung des Befunds.

Stadium B1 bedeutet, dass ein Geräusch vorhanden ist, das Herz aber nicht vergrößert. Praktisch ändert sich nichts. Der Hund erhält keine Therapie und geht einmal jährlich zur Kontrolle.

Stadium B2 bedeutet, dass das Herz vergrößert ist, der Hund aber noch keine Symptome hat. Ein Medikament wird eingeführt, der Alltag bleibt nahezu gleich.

Stadium C bedeutet, dass sich eine Herzinsuffizienz entwickelt hat. Hier ändert sich der Alltag am stärksten, und hier sind die folgenden Hinweise am wichtigsten.

Medikamente und wie man sie nicht vergisst

Die Therapie wird lebenslang und täglich zur selben Zeit gegeben. Bei Herzmedikamenten ist Regelmäßigkeit wichtiger als bei den meisten anderen.

Einige Dinge, die helfen:

  • koppeln Sie die Gabe an etwas, das Sie ohnehin zur selben Zeit tun, etwa den ersten Morgenspaziergang
  • stellen Sie eine Erinnerung im Handy und schalten Sie sie nicht ab, wenn Sie sich daran gewöhnt haben
  • halten Sie einen Vorrat für einige Tage bereit, damit Feiertag oder Wochenende Sie nicht überraschen
  • wenn Sie eine Dosis vergessen, verdoppeln Sie nicht die nächste, sondern fragen Sie den Tierarzt

Die Therapie wird nicht abgesetzt, weil der Hund besser aussieht. Gerade das Medikament bewirkt, dass der Hund gut aussieht — ein Absetzen nimmt also genau das weg, was erreicht wurde.

Atemzüge zählen — die nützlichste Gewohnheit

Das ist die einzige Messung, die der Besitzer selbst vornimmt, und Kardiologen schätzen sie am meisten.

Während der Hund ruhig schläft, zählen Sie, wie oft sich der Brustkorb in einer Minute hebt. Ein gesunder Hund atmet im Schlaf weniger als dreißig Mal pro Minute.

Messen Sie einmal wöchentlich, solange der Hund stabil ist, und notieren Sie es. Sehen Sie mehrere Tage hintereinander einen Wert, der für Ihren Hund höher als üblich ist, ist das ein Grund, sich zu melden, auch wenn der Hund gut wirkt.

Diese Zahl bemerkt eine Veränderung oft, bevor irgendetwas anderes sie bemerkt.

Bewegung

Ein Hund mit Diagnose muss sich weiterhin bewegen. Ruhe schützt das Herz nicht, sie schwächt die Muskeln und macht den Hund dick.

Die Regel ist einfach: lassen Sie den Hund das Tempo selbst bestimmen. Spaziergänge auf ebenem Boden, mäßig lang, lieber mehrere kurze statt eines langen. Bergauflaufen, langes Hinterherjagen nach dem Ball und Anstrengung in der Hitze werden vermieden.

Bleibt der Hund beim Spaziergang stehen, setzt sich oder will umkehren, ist das ein Zeichen, dass er seine Grenze erreicht hat, keine Sturheit. Respektieren Sie es und kürzen Sie ab.

Gewicht und Ernährung

Das ist der größte Einzelbeitrag, den ein Besitzer leisten kann.

Jedes zusätzliche Kilo bei einem Sieben-Kilo-Hund ist eine Last, die das Herz bei jedem Schritt trägt. Bei einem Hund mit vergrößertem Herzen ist das keine Kleinigkeit.

  • wiegen Sie den Hund einmal monatlich und notieren Sie es
  • die Rippen sollten sich beim leichten Darüberstreichen mit der Handfläche ertasten lassen, ohne zu drücken
  • rechnen Sie Leckerlis zur Tagesration, nicht als Zugabe
  • vermeiden Sie salzige Snacks vom Tisch, Trockenfleisch und Salzgebäck

Bei Hunden im Stadium C empfiehlt der Tierarzt manchmal eine salzärmere Ernährung. In früheren Stadien ist das meist nicht nötig, doch auch dann gibt man keine offensichtlich salzigen Dinge vom Tisch.

Was im Haus hilft

Einige Kleinigkeiten verringern eine Anstrengung, die der Hund gar nicht bemerkt:

  • ein Brustgeschirr statt Halsband, denn das Halsband drückt beim Ziehen auf den Hals
  • eine Rampe oder Stufen zu Sofa und Bett
  • stets verfügbares Wasser, da manche Herzmedikamente Durst und Harndrang steigern
  • ein Schlafplatz in einem ruhigen Teil der Wohnung, fern von Zugluft
  • Aufenthalt bei großer Hitze vermeiden

Wann Sie sich sofort melden sollten

Diesen Teil sollte man sich merken oder ausdrucken. Warten Sie nicht auf den nächsten Termin, wenn Folgendes auftritt:

  • Atmung im Schlaf dauerhaft über dreißig Atemzüge pro Minute
  • ein Husten, der neu aufgetreten oder stärker geworden ist, besonders nachts
  • erschwerte Atmung, Hecheln mit offenem Maul in Ruhe
  • plötzliche Ermüdung beim gewohnten Spaziergang
  • Ohnmacht oder Taumeln
  • ein aufgeblähter Bauch
  • blasses oder bläuliches Zahnfleisch und Zunge

Die letzten drei sind Notfälle und erfordern noch am selben Tag einen Tierarztbesuch.

Kontrollen

Den Abstand legt der Kardiologe nach dem Stadium fest. Bei B1 ist einmal jährlich üblich, bei B2 alle sechs bis zwölf Monate, bei Stadium C häufiger.

Bringen Sie zum Termin eine Liste der Medikamente mit Dosierungen, Ihre Aufzeichnung der gezählten Atemzüge und die Gewichtsdaten mit. Das verkürzt die Untersuchung und macht sie genauer.

Was Sie den Hausbewohnern sagen sollten

Wenn Kinder im Haus sind oder mehrere Personen den Hund füttern, ist eine Absprache wichtiger als jeder Rat oben.

Es genügt, dass alle drei Dinge wissen: dass der Hund sein Medikament zur genauen Zeit bekommt, dass Leckerlis nicht außerhalb der Absprache gegeben werden und dass der Hund nicht zum Laufen gedrängt wird, wenn er langsamer wird.

Fazit

Ein Cavalier mit der Diagnose Mitralklappenerkrankung lebt in den früheren Stadien praktisch normal, und der Besitzer hat drei konkrete Aufgaben: dass das Medikament täglich zur selben Zeit gegeben wird, dass der Hund nicht zunimmt und dass einmal wöchentlich die Atemzüge im Schlaf gezählt werden. Das ist alles. Den Rest erledigen die Therapie und die regelmäßige Kontrolle.

Hinweis: Dieser Text dient der Information und ersetzt weder Untersuchung noch Beratung durch einen Tierarzt. Therapie, Dosierung und Kontrollabstände bestimmt ausschließlich der Tierarzt, möglichst ein Fachtierarzt für Kardiologie.

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