Der Cavalier ist eine Rasse, die wenig verlangt, aber regelmäßig. Er braucht keine aufwendige Pflege wie ein Pudel, verlangt keine stundenlangen Trainingseinheiten wie ein Schäferhund und macht in der Wohnung keine Probleme. Es gibt aber einige Dinge, die man nie auslässt, und genau sie entscheiden, wie der Hund über die Jahre aussehen und sich verhalten wird.

Diese Seite ist ein Überblick über alles, was zum Alltag mit einem Cavalier gehört: Fellpflege, Baden, Erziehung, Bewegung, Kosten, Reisen und das, was sich im Alter ändert. Zu jedem Thema gibt es einen ausführlichen Text.

Wie viel Zeit ein Cavalier wirklich braucht

Das ist die erste Frage, die jeder stellt, der über die Rasse nachdenkt, und die ehrliche Antwort lautet so.

  • Bewegung: zwei Spaziergänge täglich, insgesamt etwa eine Stunde. Der Cavalier ist kein Hund für den Marathon oder fürs Fahrrad, aber auch keiner, der den Spaziergang auslassen kann.
  • Fellpflege: etwa zehn Minuten Bürsten, zwei- bis dreimal pro Woche.
  • Ohren und Augen: eine kurze Kontrolle einmal pro Woche.
  • Gesellschaft: das ist der größte Punkt und wird am häufigsten unterschätzt.

Der Cavalier ist eine Rasse, die über Jahrhunderte dafür gezüchtet wurde, beim Menschen zu sein, und er verträgt lange Einsamkeit schlecht. Ein Hund, der zehn Stunden am Tag allein ist, ist kein glücklicher Cavalier, so regelmäßig die Spaziergänge auch sein mögen.

Fellpflege

Das lange, seidige Fell wirkt aufwendiger, als es ist. Der Cavalier wird weder geschoren noch in Form getrimmt — der Rassestandard verbietet das ausdrücklich —, sodass die ganze Arbeit entfällt, die Pudel- und Shih-Tzu-Besitzer haben.

Was tatsächlich gemacht wird, ist Bürsten, und zwar an den Stellen, an denen wirklich Verfilzungen entstehen: hinter den Ohren, in den Achseln, an den Hinterläufen und um die Rute. Der Rest des Körpers macht selten Probleme.

Baden

Seltener, als die Leute denken. Zu häufiges Baden trocknet die Haut aus und verdirbt die natürliche Struktur des Fells.

Die wichtigste Regel bei dieser Rasse ist nicht, wie oft, sondern dass die Ohren nach jedem Bad gründlich getrocknet werden. Feuchtigkeit, die unter der Schlappohrmuschel eingeschlossen bleibt, ist die häufigste Ursache für Ohrentzündungen.

Training und Erziehung

Der Cavalier lernt leicht, weil er gefallen will, hat aber auch eine Eigenschaft, die Besitzer überrascht: er verträgt einen groben Ton ausgesprochen schlecht. Ein Hund, den man ausschimpft, wird nicht gehorsamer, sondern zurückgezogen.

Bei dieser Rasse funktioniert ausschließlich Belohnung. Kurze Übungen von fünf Minuten, mehrmals täglich. Früh gelernt werden muss der Rückruf, denn der Cavalier hat einen ererbten Trieb, einer Fährte zu folgen, und kann sich entfernen.

Was die Haltung kostet

Der Welpe wird einmal bezahlt, die Haltung dauert zwölf bis dreizehn Jahre. Diese Rechnung wird selten im Voraus gemacht, sollte es aber.

Zu den monatlichen Kosten gehören Futter, Parasitenschutz, Pflege und das, was am häufigsten vergessen wird — die jährliche Herzuntersuchung, die bei dieser Rasse Pflicht und keine Frage der Wahl ist. Dazu kommt eine Rücklage für Unvorhergesehenes, denn die Rasse hat bekannte Gesundheitsrisiken.

Haaren und Allergien

Die Antwort, die man nicht gern hört: Der Cavalier haart, und er ist keine hypoallergene Rasse.

Er haart das ganze Jahr über mäßig, mit zwei verstärkten Phasen in den Übergangsjahreszeiten. Wenn im Haushalt jemand gegen Hunde allergisch ist, ist diese Rasse keine Lösung, und das weiß man besser vor dem Kauf als danach.

Reisen

Die Größe macht die Rasse reisefreundlich. Ein Hund von sechs Kilo passt in eine Transporttasche für die Flugzeugkabine, lässt sich leicht tragen und verträgt Autofahrten gut.

Woran man denken muss, sind die Papiere, die Tollwutimpfung und die Gewöhnung an die Transportbox lange vor der eigentlichen Reise.

Der ältere Hund

Mit sieben Jahren gilt der Cavalier als Seniorhund. Der Rhythmus ändert sich, das Bedürfnis nach Gesellschaft nicht.

Die Spaziergänge werden kürzer und häufiger, die Untersuchungen häufiger, und eine Gewohnheit wird wichtiger als alle anderen — die Atmung im Schlaf zu beobachten, denn das ist das früheste Zeichen dafür, dass das Herz nachlässt.

Die häufigsten Fehler

  • Überfütterung. Der Cavalier sieht immer hungrig aus, und es fällt schwer zu widerstehen. Übergewicht ist bei einer Rasse mit Herzrisiko nicht harmlos.
  • Halsband statt Geschirr. Ein Halsband drückt beim Ziehen auf den Hals, was bei einer Rasse mit Neigung zu Halsproblemen unerwünscht ist.
  • Das Trocknen der Ohren auslassen. Die häufigste Entzündungsursache und zugleich die am leichtesten vermeidbare.
  • Ein grober Ton im Training. Bei dieser Rasse kontraproduktiv.
  • Lange Einsamkeit. Das größte Problem und zugleich das am wenigsten sichtbare.

Fazit

Der Cavalier verlangt nicht viel Zeit, aber er verlangt Regelmäßigkeit und Anwesenheit. Zehn Minuten Bürsten pro Woche, zwei Spaziergänge täglich, eine Ohrenkontrolle und die jährliche Herzuntersuchung decken fast alles ab. Was keine Routine ersetzen kann, ist Gesellschaft — das ist eine Rasse, die über Jahrhunderte gezüchtet wurde, um beim Menschen zu sein, und das ist bis heute ihr Grundbedürfnis.

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