Rötliche Spuren unter den Augen sind beim Cavalier häufig und meist harmlos. Sie sind kein Schmutz und lassen sich nicht mit Seife entfernen, denn die Farbe kommt nicht von außen, sondern aus den Tränen selbst.
Dieser Text erklärt, warum sie entstehen, wann sie nur kosmetisch sind und wann sie ein Warnzeichen darstellen und wie man sie im Alltag pflegt.
Warum sie rötlich sind
In den Tränen befinden sich eisenhaltige Stoffe. Kommt eine Träne mit Luft in Berührung und bleibt im Haar liegen, oxidiert das Eisen und hinterlässt eine rötliche bis braune Färbung. Derselbe Vorgang wie beim Rosten von Metall.
Deshalb fallen die Spuren bei hell behaarten Hunden stärker auf. Beim Blenheim und beim Tricolour sind sie deutlich sichtbar, beim Ruby und beim Black and Tan praktisch nicht — die Tränen sind jedoch dieselben.
Warum gerade bei dieser Rasse
Der Cavalier hat ein großes, rundes, hervortretendes Auge. Ein solches Auge produziert mehr Tränen und leitet sie schlechter ab, denn bei kurzen Fängen ist der Tränenkanal enger und stärker gekrümmt als bei Rassen mit längerem Fang.
Die Folge ist, dass die Träne nicht durch den Kanal in die Nase abfließt, sondern über das Unterlid läuft und im Haar landet. Das nennt man Epiphora und ist in milder Form bei dieser Rasse normal, keine Krankheit.
Wann sie harmlos sind
Die Spuren sind wahrscheinlich rein kosmetisch, wenn:
- sie an beiden Augen gleich sind
- die Träne klar ist, ohne dickflüssige Beimengung
- das Auge klar und glänzend ist, ohne Rötung
- der Hund nicht blinzelt und das Auge nicht reibt
- der Zustand seit Monaten unverändert ist, ohne Verschlechterung
Ein solcher Zustand wird gepflegt, nicht behandelt.
Wann sie nicht harmlos sind
Eine tierärztliche Untersuchung ist angebracht, wenn eines der folgenden Zeichen auftritt:
- nur ein Auge tränt — einseitiges Tränen hat fast immer eine Ursache
- der Ausfluss ist dick, gelblich oder grünlich statt klar
- das Auge ist gerötet oder der Hund blinzelt
- der Hund reibt das Auge mit der Pfote oder an Möbeln
- die Spuren haben sich in kurzer Zeit plötzlich verstärkt
- die Haut unter dem Auge ist feucht, gerötet oder riecht unangenehm
Die häufigsten Ursachen, die man dann findet, sind eine Wimper, die an der falschen Stelle wächst und die Hornhaut zerkratzt, ein verstopfter Tränenkanal, eine Allergie oder eine beginnende Entzündung. Alle vier lassen sich beheben, aber erst wenn feststeht, welche es ist.
Wie man sie täglich pflegt
Ziel ist, das Haar unter dem Auge so trocken wie möglich zu halten, denn die Farbe entsteht dort, wo die Träne steht.
- wischen Sie den Augenwinkel mit einem weichen, feuchten Mullstück, jedes Mal einem frischen für jedes Auge
- morgens und abends wischen, bei stark tränenden Hunden häufiger
- nach dem Wischen den Bereich trocknen mit einem trockenen Teil der Gaze — feuchtes Haar ist ein größeres Problem als trockenes gefärbtes
- kürzen Sie das Haar, das ins Auge fällt, mit einer Schere mit abgerundeter Spitze und immer mit Hilfe einer zweiten Person
Rötet sich die Haut unter dem Auge oder riecht sie, handelt es sich um eine Pilz- oder Bakterienreizung durch ständige Feuchtigkeit; das verlangt den Tierarzt, keine stärkere Kosmetik.
Was Sie nicht tun sollten
Um ein „weißes Gesicht“ hat sich eine ganze Industrie gebildet, und ein guter Teil davon ist schädlich.
- Ohne Tierarzt nichts ins Auge oder unmittelbar daneben geben. Das gilt auch für Präparate, die als natürlich beworben werden.
- Kein Wasserstoffperoxid, kein Essig, kein Zitronensaft. Sie kursieren in Foren, reizen aber die Haut und können ins Auge gelangen.
- Kein Antibiotikum als Pulver über das Futter geben. Solche „Lösungen“ werden als Nahrungsergänzung verkauft, bleichen die Spuren aber, indem sie Bakterien unterdrücken — mit allen Folgen einer Antibiotikagabe ohne Notwendigkeit und ohne Rezept.
- Nicht stark reiben. Die Haut unter dem Auge ist dünn und reizt leicht.
Beeinflusst die Ernährung das
Teilweise und indirekt. Bei manchen Hunden gehen die Spuren nach einem Futterwechsel zurück, doch das bedeutet meist, dass eine leichte allergische Reaktion vorlag, und nicht, dass das Futter „die Tränen färbt“.
Wissenswert ist auch, dass Wasser mit hohem Mineralgehalt die Spuren verstärken kann. Bei Hunden, denen nichts anderes hilft, macht der Wechsel zu gefiltertem Wasser manchmal einen Unterschied. Das ist billig und harmlos, also einen Versuch wert.
Spuren beim Welpen
Bei Welpen sind die Spuren oft ausgeprägter als später, und das aus zwei Gründen: Während des Zahnwechsels verändert der Druck im Fangbereich die Durchgängigkeit des Tränenkanals, und das Gesicht hat seine endgültige Form noch nicht.
Bei einem guten Teil der Welpen bessert sich der Zustand nach dem siebten Monat von selbst. Deshalb wird beim Welpen zuerst beobachtet und erst dann gehandelt.
Fazit
Die rötlichen Spuren unter den Augen des Cavaliers sind oxidiertes Eisen aus den Tränen und bei den meisten Hunden eine kosmetische Erscheinung, die man durch Wischen und Trocknen pflegt und nicht behandelt. Die Grenze ist einfach: Tränen beide Augen gleich und ist die Träne klar, ist es Pflege; tränt ein Auge, ist der Ausfluss dick oder blinzelt der Hund, ist es eine Untersuchung.
Hinweis: Dieser Text dient der Information und ersetzt weder Untersuchung noch Beratung durch einen Tierarzt. Für Diagnose und Therapie wenden Sie sich an Ihren Tierarzt, möglichst an einen Fachtierarzt für Augenheilkunde.
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