Das Fell des Cavaliers wirkt aufwendiger, als es ist. Es ist lang und seidig, wird aber nicht geschoren, nicht in Form gebracht und nicht für eine Stunde zum Hundefriseur gebracht. Die ganze Arbeit besteht aus Bürsten, und das nur an wenigen Stellen.
Dieser Text erklärt, wie oft gebürstet wird, wo Verfilzungen wirklich entstehen, welches Werkzeug man braucht und warum diese Rasse nicht geschoren wird.
Wie das Fell des Cavaliers beschaffen ist
Der Rassestandard verlangt langes, seidiges Haar ohne Locken, eine leichte Welle ist erlaubt. Es gibt keine dichte Unterwolle wie bei den nordischen Rassen, daher entstehen beim Haarwechsel keine großen Haarmengen.
Was dem Cavalier sein unverwechselbares Aussehen gibt, ist die rese — das längere Haar an Ohren, Hinterseiten der Läufe, Brust, Bauch und Rute. Die Befederung erreicht ihre volle Länge erst mit etwa drei Jahren, daher sieht ein junger Hund deutlich anders aus als ein erwachsener.
Die Befederung ist zugleich die einzige Stelle, an der Verfilzungen entstehen. Das kurze Haar auf Rücken und Flanken macht praktisch nie Probleme.
Wie oft man bürstet
Zwei- bis dreimal pro Woche, jeweils etwa zehn Minuten. Das genügt bei einem Hund ohne besondere Probleme.
Häufiger wird in zwei Fällen gebürstet:
- in den Übergangsjahreszeiten, wenn das Haaren stärker ist
- bei Hunden, die ins Grüne kommen, denn Kletten und Gras verfangen sich in der Befederung
Kurzes Bürsten jeden zweiten Tag ist besser als langes einmal pro Woche. Ein zwei Tage alter Knoten löst sich in einer Sekunde, ein eine Woche alter muss oft herausgeschnitten werden.
Wo Verfilzungen entstehen
Immer an denselben Stellen, und die lohnt es sich zu merken, denn der Rest des Körpers lässt sich schnell durchgehen:
- Hinter den Ohren — die häufigste Stelle und die am leichtesten übersehene
- Unter der Ohrmuschel, wo das Haar am Hals reibt
- In den Achseln, besonders bei Hunden, die ein Geschirr tragen
- Die Hinterseiten der Läufe, wo die Befederung am längsten ist
- Um die Rute und darunter
- Zwischen den Pfotenballen
Wenn man diese Stellen jeden zweiten Tag durchgeht, braucht der Rest des Hundes weniger als zwei Minuten.
Welches Werkzeug man braucht
Drei Dinge decken alles ab, und keines davon ist teuer.
Ein Kamm mit Metallzinken, mit einem engeren und einem weiteren Teil. Das ist das Hauptwerkzeug und erledigt den größten Teil der Arbeit. Der weitere Teil für die Befederung, der engere für die Endkontrolle.
Eine weiche Zupfbürste, ein sogenannter Slicker. Sie wird für die Befederung und zum Entfernen ausgefallener Haare verwendet. Bei dieser Rasse wählt man die weiche Variante, denn eine harte kratzt die Haut.
Eine Schere mit abgerundeter Spitze, nur für das Haar zwischen den Ballen und für einen Knoten, der sich nicht auskämmen lässt.
Was beim Cavalier nicht verwendet wird, sind Furminatoren und Unterwollbürsten. Sie sind für Rassen mit dichter Unterwolle gemacht und reißen dieses Fell nur aus.
Wie man einen Knoten entfernt
Niemals durch Ziehen. Man hält den Knoten mit den Fingern nah an der Haut, damit nichts spannt, und trennt ihn von außen nach innen auf, Stück für Stück.
Wenn er sich nicht löst, schneidet man längs durch den Knoten, in Wuchsrichtung des Haares, dann kämmt man den Rest aus. Ein Querschnitt hinterlässt ein Loch, das monatelang sichtbar bleibt.
Wenn der Hund jault oder sich wehrt, hören Sie auf. Ein Knoten, der an der Haut zieht, tut weh, und ein Hund, der Bürsten einmal mit Schmerz verbindet, flieht später vor dem Kamm.
Warum der Cavalier nicht geschoren wird
Der Rassestandard verbietet Scheren und Formen des Fells ausdrücklich. Im Ring wird der Cavalier im Naturzustand vorgeführt, und die einzige erlaubte Kürzung ist das Haar zwischen den Ballen.
Beim Familienhund ist das keine Vorschrift, sondern eine Empfehlung, doch sie hat einen praktischen Grund: Das Fell des Cavaliers wächst nach dem Scheren oft nicht gleich nach. Die Befederung kann dünner und mit anderer Struktur zurückkommen, und bei manchen Hunden erholt sie sich jahrelang nicht.
Ist ein Hund so verwahrlost, dass sich die Knoten nicht auskämmen lassen, ist Scheren das kleinere Übel. Doch das ist eine Lösung für einen vernachlässigten Zustand, keine Pflegemethode.
Bürsten und der junge Welpe
Ein Welpe hat keine Befederung und praktisch keine Knoten, daher wird er in den ersten Monaten nicht wegen des Fells gebürstet, sondern wegen der Gewöhnung.
Kurz, jeweils eine Minute, jeden Tag, mit einem Leckerli. Ziel ist, dass der Hund lernt, still zu liegen und sich Ohr, Pfote und Rute anfassen zu lassen. Wenn die Befederung wächst, ist diese Arbeit bereits erledigt.
Ein Hund, der sich bis zum ersten Lebensjahr nicht ans Bürsten gewöhnt hat, wehrt sich sein Leben lang, und die Befederung erfordert dann bereits echte Arbeit.
Wann zum Fachmann
Ein Cavalier braucht für die normale Pflege keinen Salon. Ein Besuch ist in zwei Fällen sinnvoll:
- wenn das Fell so verfilzt ist, dass es zu Hause nicht schmerzfrei zu lösen ist
- bei älteren Hunden, die längeres Stehen schlecht vertragen, sodass es besser jemand mit Erfahrung übernimmt
Fazit
Die Fellpflege des Cavaliers besteht aus etwa zehn Minuten zwei- bis dreimal pro Woche, vor allem an den sechs Stellen, an denen Knoten entstehen. Die Werkzeuge sind Kamm, weiche Bürste und Schere mit abgerundeter Spitze. Am wichtigsten ist, die Gewohnheit im Welpenalter einzuführen, denn dann löst man kein Problem, sondern verhindert es.
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