Zahnpflege beim Cavalier und Zahnstein vorbeugen

Ein Cavalier leckt sich den Fang, Zähne und Zahnfleisch sichtbar

Kleine Rassen bekommen schneller Zahnstein als große, und der Cavalier ist da keine Ausnahme. Ihre Zähne stehen dicht in einem kleinen Kiefer, sodass sich dazwischen leichter Belag festsetzt, der binnen weniger Tage zu Zahnstein aushärtet.

Dieser Text erklärt, warum das geschieht, wie sich ein Hund an das Zähneputzen gewöhnt, welche Hilfsmittel wirken und welche nicht und wann eine Zahnsteinentfernung beim Tierarzt nötig ist.

Warum gerade kleine Rassen

Der Grund ist Platz. Die Zahnzahl ist bei allen Rassen gleich, der Kiefer des Cavaliers aber halb so groß wie bei einer mittleren Rasse. Die Zähne stehen gedrängt, berühren sich seitlich, und dazwischen bleibt Futter.

Belag bildet sich in wenigen Stunden und härtet in zwei bis drei Tagen zu Zahnstein aus. Belag lässt sich mit der Bürste entfernen, Zahnstein nicht mehr — den entfernt nur der Tierarzt.

Das ist die ganze Logik der Zahnpflege: Es geht nicht darum, Zahnstein zu entfernen, sondern zu verhindern, dass Belag zu Zahnstein wird.

Warum es nicht nur um Mundgeruch geht

Zahnstein drängt das Zahnfleisch zurück, öffnet eine Tasche zwischen Zahn und Zahnfleisch, und dort siedeln sich Bakterien an. Es entsteht eine chronische Entzündung.

Beim Cavalier hat das zusätzliches Gewicht. Bakterien aus entzündetem Zahnfleisch gelangen in den Blutkreislauf und belasten das Herz, und das ist eine Rasse mit bekanntem Herzrisiko. Vernachlässigte Zähne beim Cavalier sind nicht dasselbe wie vernachlässigte Zähne bei einem gesunden Mischling.

Wie gesunde Zähne und Zahnfleisch aussehen

  • Zähne weiß bis hellgelblich, ohne braune Ablagerungen am Zahnfleischrand
  • Zahnfleisch rosa, nicht gerötet und nicht geschwollen
  • Zahnfleisch blutet bei Berührung nicht
  • Atem mild, „hundig“, aber nicht faulig

Eine braune Linie unmittelbar am Zahnfleisch ist beginnender Zahnstein und ein Zeichen, dass zu selten geputzt wird.

Putzen: wie oft

Idealerweise täglich, realistisch drei- bis viermal pro Woche. Darunter hat der Belag Zeit auszuhärten.

Regelmäßigkeit zählt mehr als Dauer. Dreißig Sekunden jeden zweiten Tag sind mehr wert als fünf Minuten einmal pro Woche.

Womit

Ausschließlich Zahnpasta für Hunde. Menschliche Zahnpasta enthält Fluorid und manchmal Xylit — Fluorid schluckt der Hund, weil er nicht ausspuckt, und Xylit ist für Hunde schon in kleinen Mengen giftig.

Für die Bürste gibt es drei Möglichkeiten:

  • eine weiche Kinderzahnbürste — sie erfüllt den Zweck und ist am günstigsten
  • eine Hundezahnbürste mit längerem Griff — die Backenzähne sind leichter erreichbar
  • ein Fingerling mit Gumminoppen — am einfachsten für den Anfang, reinigt aber schlechter

Der Fingerling eignet sich zur Gewöhnung, doch das Ziel ist der Wechsel zur Bürste, denn nur sie kommt in den Zahnfleischrand.

Wie man den Hund gewöhnt

Das geht nicht auf einmal. Die Abfolge, die bei den meisten Hunden funktioniert, dauert zwei bis drei Wochen:

  • Einige Tage: nur die Lefze anheben und loslassen. Leckerli.
  • Dann: ein Finger mit etwas Paste zum Ablecken, damit der Hund den Geschmack kennenlernt.
  • Dann: mit dem Finger zwei Sekunden über die Vorderzähne fahren.
  • Dann: die Bürste ohne Paste, nur außen, einige Zähne.
  • Erst dann: die Bürste mit Paste, eine Seite pro Tag.

Die Innenseite der Zähne muss nicht geputzt werden. Die Zunge reinigt sie teilweise, und Belag bildet sich ohnehin vor allem außen. Auf der Innenseite zu bestehen ist der häufigste Grund, warum ein Hund anfängt, die Bürste zu meiden.

Am wichtigsten sind Backen- und Fangzähne — dort entsteht Zahnstein zuerst und am stärksten. Die vorderen Schneidezähne sehen am schönsten aus und sind am unwichtigsten.

Was neben dem Putzen hilft

Nichts davon ersetzt die Bürste, aber es verringert den Belag dazwischen:

  • Trockenfutter hinterlässt weniger Belag als Nassfutter, aber immer noch Belag
  • Zahnpflege-Leckerlis die der Hund lange kaut — nach Größe des Hundes gewählt
  • Kauspielzeug aus weicherem Gummi
  • Wasserzusätze — sie helfen gegen Mundgeruch, wirken aber kaum auf Zahnstein

Wovon man die Finger lässt: zu harten Dingen. Knochen, Geweihe und harte Plastikspielzeuge brechen bei einer kleinen Rasse Zähne. Ein gebrochener Fangzahn ist ein häufiger Befund bei Hunden, die Knochen bekamen, „um die Zähne zu putzen“.

Zahnsteinentfernung beim Tierarzt

Ist Zahnstein einmal entstanden, hilft nur die Ultraschallentfernung, und die erfolgt unter Narkose.

Das ist auch der Grund, warum sie aufgeschoben wird — Besitzer fürchten die Narkose. Bei einem gesunden Hund ist das Risiko gering, doch vor dem Eingriff wird beim Cavalier auch das Herz überprüft, was ohnehin jährlich ansteht.

Wie oft sie nötig ist, hängt allein von der Pflege ab. Ein Hund, dem regelmäßig die Zähne geputzt werden, kann mehrere Jahre dazwischen liegen lassen; ein Hund ohne Zahnpflege braucht den Eingriff jährlich oder häufiger.

Zahnsteinentfernung ohne Narkose, die mancherorts angeboten wird, reinigt nur den sichtbaren Teil des Zahns. Unter den Zahnfleischrand, wo das Problem sitzt, gelangt sie nicht.

Zähne beim Welpen

Die Milchzähne werden zwischen dem vierten und siebten Monat gewechselt. In dieser Zeit kaut der Welpe alles an, und das ist normal.

Bei kleinen Rassen kommt es häufig vor, dass der Milchfangzahn nicht von selbst ausfällt sondern neben dem bleibenden stehen bleibt. Geschieht das, wird der Zahn gezogen, denn zwischen beiden Zähnen bleibt eine Lücke, in der sich Futter sammelt.

Deshalb wird nach dem siebten Monat eine Zahnkontrolle gemacht, auch wenn alles in Ordnung aussieht.

Wann zum Tierarzt

  • Atem, der sich plötzlich verschlechtert hat
  • Zahnfleisch gerötet, geschwollen oder blutend
  • der Hund kaut auf einer Seite oder lässt Futter fallen
  • braune Ablagerungen, die sich mit der Bürste nicht entfernen lassen
  • ein lockerer Zahn beim erwachsenen Hund
  • ein Milchzahn, der neben einem bleibenden steht

Fazit

Beim Cavalier wird Belag in zwei bis drei Tagen zu Zahnstein, deshalb hilft wirklich nur Putzen drei- bis viermal pro Woche, mit Hundezahnpasta und an der Außenseite der Zähne. Leckerlis und Zusätze helfen, ersetzen es aber nicht. Bei einer Rasse mit bekanntem Herzrisiko sind gesunde Zähne keine Frage der Optik, sondern eine Sorge weniger für das Herz.

Hinweis: Dieser Text dient der Information und ersetzt weder Untersuchung noch Beratung durch einen Tierarzt.

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