Farben des Cavaliers: Blenheim, Tricolour, Black and Tan und Ruby

Ein Blenheim-Cavalier vor rosa Hintergrund, Text zu den Farben der Rasse

Der Cavalier King Charles Spaniel ist in vier Farben anerkannt, und alle vier sind gleichermaßen korrekt. Keine ist im Sinne des Wertes eine Rarität, keine ist teurer als die andere, und keine bringt ein anderes Wesen mit.

Dieser Text erklärt, wie jede der vier Farben aussieht, was der Standard verlangt und was die Begriffe bedeuten, die Sie bei Züchtern hören.

Zwei Gruppen: Scheckenfarben und Einfarbige

Die vier Farben teilen sich in zwei Gruppen, und diese Einteilung ist wichtiger, als es auf den ersten Blick scheint.

Scheckenfarben haben einen weißen Grund mit farbigen Feldern. Das sind Blenheim und Tricolour.

Einfarbige haben keinen weißen Grund. Das sind Ruby und Black and Tan.

Der Unterschied ist bei der Zucht wichtig. Schecke wird mit Schecke verpaart, Einfarbig mit Einfarbig oder mit Schecke, doch aus Kreuzungen entstehen Kombinationen, die der Standard nicht anerkennt, etwa ein einfarbiger Hund mit weißen Feldern. Deshalb plant ein ernsthafter Züchter die Farbe eines Wurfs, statt sie dem Zufall zu überlassen.

Blenheim

Die bekannteste und häufigste Farbe. Kastanienrote Felder auf perlweißem Grund.

Der Standard verlangt klar abgesetzte, gleichmäßig verteilte Felder und ein reines Weiß ohne Tupfen. Am Kopf wird eine weiße Blesse gefordert, die die farbigen Flächen über den Augen und über den Schädel hinweg teilt.

In der Mitte dieser weißen Blesse, auf dem Schädel zwischen den Ohren, sitzt manchmal ein runder kastanienbrauner Fleck, der Blenheim-Punkt genannt wird. Er ist erwünscht, aber nicht Pflicht. Ein Hund ohne ihn ist ein ebenso korrekter Blenheim.

Der Name stammt von Blenheim Palace, dem Landsitz der Herzöge von Marlborough, wo solche Hunde schon im achtzehnten Jahrhundert gezüchtet wurden.

Tricolour

Schwarze Felder auf weißem Grund, dazu lohfarbene Abzeichen. Loh ist ein warmes rötliches Braun an genau festgelegten Stellen.

Die lohfarbenen Abzeichen werden verlangt:

  • über den Augen, als zwei Punkte wie Augenbrauen
  • an den Wangen
  • an der Innenseite der Ohren
  • an der Innenseite der Läufe
  • unter der Rute

Auch hier verlangt der Standard klar abgesetzte Felder und eine weiße Blesse am Kopf. Umgangssprachlich wird der Tricolour-Cavalier oft einfach Tri genannt.

Black and Tan

Rabenschwarzes Fell mit lohfarbenen Abzeichen an denselben Stellen wie beim Tricolour. Ohne weißen Grund.

Dies ist die am seltensten gesehene der vier Farben, weshalb man oft hört, sie sei wertvoller. Das stimmt nicht. Sie ist seltener, weil weniger Züchter damit arbeiten, nicht weil der Standard sie höher bewertet.

Bei dieser Farbe will der Standard ausdrücklich kein weißes Haar. Ein weißer Fleck an Brust oder Pfoten gilt als Fehler, auch wenn er weder Gesundheit noch Charakter des Hundes beeinflusst.

Ruby

Ein einfarbiger Hund, das gesamte Fell in einem warmen rötlichen Ton, ohne weiße Felder und ohne lohfarbene Abzeichen.

Beim Ruby wird ein möglichst tiefes und gleichmäßiges Rot verlangt. Jüngere Hunde haben mitunter hellere Töne, die sich mit den Jahren vertiefen. Wie beim Black and Tan gilt weißes Haar als Fehler.

Ruby wird von Rassenunkundigen am häufigsten mit einem helleren Blenheim verwechselt, doch der Unterschied ist eindeutig: ein Blenheim hat stets einen weißen Grund, ein Ruby nie.

Was Farbe nicht bedeutet

Einiges wird der Farbe oft zugeschrieben, hat aber nichts mit ihr zu tun:

  • Charakter. Farbe beeinflusst das Wesen nicht. Behauptungen, Rubys seien ruhiger oder Tricolours lebhafter, entbehren jeder Grundlage.
  • Gesundheit. Die Erbkrankheiten der Rasse treten in allen vier Farben gleichermaßen auf. Die Befunde der Elterntiere sagen etwas über das Risiko, die Farbe sagt gar nichts.
  • Preis. Bei einem verantwortungsvollen Züchter hängt der Preis von den Untersuchungen der Elterntiere und der investierten Arbeit ab, nicht von der Farbe des Welpen.

Wenn Ihnen jemand mehr berechnet, weil der Welpe eine „seltene Farbe“ hat, ist das ein Verkaufsargument und kein züchterisches.

Wie sich die Farbe beim heranwachsenden Welpen verändert

Die Farbe, die Sie mit acht Wochen sehen, ist nicht die endgültige.

Bei Blenheim und Tricolour werden die Felder oft größer und dunkler. Beim Ruby vertieft sich das Rot, manchmal erst bis zum zweiten Lebensjahr. Die lohfarbenen Abzeichen bei Black and Tan und Tricolour treten deutlicher hervor.

Bei Scheckenfarben kommt es zudem vor, dass mit der Zeit kleine farbige Tupfen auf dem weißen Grund erscheinen. Das ist üblich und gilt außer im Ring bei strenger Bewertung nicht als Fehler.

Welche Farbe wählen

Da die Farbe weder Gesundheit noch Charakter mit sich bringt, ist die Wahl frei und reine Geschmackssache. Der einzige praktische Unterschied liegt in der Pflege: bei Blenheim und Tricolour zeigt der weiße Grund um die Augen und an den Pfoten Schmutz und Tränenspuren schneller.

Weit wichtiger als die Farbe ist die Frage, von wem Sie den Welpen nehmen. Würfe werden Monate im Voraus geplant, und die Farbe ist oft das Letzte, was feststeht.

Fazit

Alle vier Farben des Cavaliers sind nach dem Standard gleichwertig. Blenheim ist am häufigsten, Black and Tan am seltensten zu sehen, doch Seltenheit ist hier kein Maßstab für Qualität. Was einen guten Welpen von einem schlechten unterscheidet, sind nicht die Felder im Fell, sondern die Befunde der Elterntiere und die Bedingungen, unter denen der Wurf aufgezogen wurde.

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